Tschüss, Ebay!

Posted on Mai 13th, 2007 in Netzfundstücke | by commerceblog

Spiegel Online berichtet zum Anlass des Erscheinens des neuen Ebay Magazin über einen Ebayer, der Abschied nimmt.

Der Artikel ist sehr lesenswert, weil er auch einige Facetten beleuchtet, die in der Öffentlichkeit üblicherweise nicht diskutiert werden. Unter anderem folgende Punkte:

Ist eBay wirklich ein Schnäppchenparadies?
Ist PayPal sicher
Der Umgang eBays mit Kunden
Rechtliche Hindernisse (für private Verkäufer)

Mir hat besonders gut die Passage über PayPal gefallen:

Am 30. Juni kaufte ich eine alte Spiegelreflexkamera, eine Canon EOS 500n mit 300er-Teleobjektiv. Der Verkäufer hatte zwar nur sechs Bewertungen, aber es gibt ja den Paypal-Schutz. Ich bezahlte also sofort, 212,99 Euro. Nach einer Woche war die Ware noch immer nicht da, der Verkäufer reagierte nicht auf Anfragen, ich stellte Antrag auf Paypal-Käuferschutz.
Die Droh-E-Mails von Paypal verschreckten den Verkäufer offensichtlich. Am 14. Juli kommt das Paket mit der Kamera. Aber das Objektiv - viel wertvoller als die Kamera allein - fehlt. Also noch eine Paypal-Beschwerde?
Nach einer Stunde Lektüre der Paypal-Nutzungsbedingungen der Schock: pro Paypal-Transaktion darf nur eine Beschwerde eingereicht werden. Und die Paypal-Käuferbeschwerderichtlinie führt dazu aus: Es ist insbesondere nicht gestattet, eine Beschwerde für einen nicht erhaltenen Artikel einzureichen und dieselbe dann in eine Beschwerde für einen erheblich von seiner Beschreibung abweichenden Artikel umzuwandeln (oder umgekehrt), falls sich die Umstände nach dem Einreichen der ersten Beschwerde ändern.
Ich ändere die Beschwerde nicht, Paypal zahlt das Geld zurück, ich schicke dem Verkäufer die Kamera. Alles noch mal gut gegangen. Aber sicher fühlt sich niemand, der einmal einige Stunden lang die Paypal- Nutzungsbedingungen und die diversen Richtlinien gelesen hat.

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